MAX FRISCH CITOYEN (2008)
Max Frisch war nach dem Tod von Friedrich Dürrenmatt und Niklaus Meienberg so etwas wie der letzte grosse Schweizer Intellektuelle, der diese Rolle bewusst wahrnahm und von seiner Umwelt, im In- und Ausland, auch so wahrgenommen wurde. Seit seinem Tod im Jahr 1991 sind keine anderen 'Stimmen' an seine Stelle getreten. Stattdessen spielen in der Schweiz, wie in anderen Ländern auch, Autoren und Denker in den gesellschaftlichen Fragen und Prozessen kaum mehr eine Rolle. Und die Frage stellt sich: brauchen wir ihre Teilnahme überhaupt? Der Film erzählt Frischs Geschichte als Stimme: wie diese gelebte Zeitgenossenschaft entstand und sich durch sein ganzes Leben zog. Der Blick auf seinen Weg wird damit gleichzeitig ein Blick in die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Frisch vor allem in der Schweiz und in Deutschland, aber auch in andern Ländern erlebte und und mit seinem Leben und Schreiben fast gänzlich durchmass: ein Blick also in unsere eigene jüngste Geschichte, aus der unser Heute hervorgegangen ist.
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